Ärzteinformation

  1. Dienstleistung
  2. Forschung
  3. Lehre

1. Dienstleistung

Regelmässig stattfindende Sprechstunden (Konsultation nur nach Terminvereinbarung):

Stimmsprechstunde Mo 9:00-12:00, Di 8:00–12:45 und 13:30-17:30, Mi 8:00-12:45 und 13:30-15:30, Fr 8:30-12:30 und 13:30-16:00
Kindersprechstunde Mo 8:15-9:00 und 15:30-16:00, Do 8:30-11:00
Schlucksprechstunde Mo 13:30-15:30, Fr 9:30-11:30
Näslersprechstunde Di 13:30-15:45
Phoniatrische Gutachten Mo 9:00 und 13:30

Weitere Sprechstunden

(Termine nach Vereinbarung)

  • Redeflussstörungen bei Jugendlichen und Erwachsenen
  • Redeflussstörungen bei Kindern im Vorschulalter
  • Aussprachestörungen bei Jugendlichen und Erwachsenen
  • Lese- und Rechtschreibschwäche bei Jugendlichen und Erwachsenen
  • Störungen der Nasalität bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
  • Manualmedizinische Sprechstunde bei Patienten mit Stimmstörungen (mit Dr. Schönenberger)
  • LKG-Sprechstunde (wird von der chirurgischen Kinderklinik organisiert)

Kontakt

Technische Ausstattung:

  • Ohrmikroskopie
  • Laryngo-Stroboskopie mit Timcke-Stroboskop und RP-Szene Multimedia-Video-Einheit
  • Hochgeschwindigkeitsglottographie mit Wolf-Kamera
  • Stimm- und Sprachschallanalyse mit Kay CSL 4300B und Wevosys lingWaves Voice Diagnostic Center für die
  •             Phonetographie
  •             Sonagraphie
  •             Akustische Heiserkeitsanalyse

Hörprüfungen werden in der Station Audiologie im gleichen Hause vorgenommen.

2. Forschung

Stottern bei Kindern im Vorschulalter

Wenn ein Vorschulkind Redeflussstörungen zu zeigen beginnt, werden Eltern rasch verunsichert. Sie hoffen, dass ihr Kind von sich aus bald wieder fliessend spricht und befürchten, ein direktes Ansprechen des Kindes auf sein Stottern würde das Problem noch verstärken. Deshalb zögern sie manchmal lange, bis sie fachliche Hilfe suchen.

Seit 1996 ist die Betreuung von stotternden Vorschulkindern und deren Eltern ein Schwerpunkt unserer Abteilung. Dabei haben wir stets das Stottern des Kindes in Diagnostik und Therapie auf spielerische Weise direkt angesprochen. Mit den Eltern zusammen lässt sich damit eine Enttabuisierung des Themas und damit auch ein erweiterter Zugang zu den mit dem Stottern verbundenen Gefühlen bei Kind und Eltern erreichen.

Unser Ziel ist die parallele Unterstützung von Eltern und Kind: Wenn die Eltern genauer erkennen, wie ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse mit jenen ihres Kindes verflochten sind, entdecken sie neue Wege zur Unterstützung ihres Kindes und erfahren dadurch selbst eine Entlastung in ihrem oft stressigen Familienalltag. Das stotternde Kind soll in seinem Therapieteil lernen, sein Sprechen und seine Sprache verstärkt mit seinen Gefühlen zu verbinden und so zu echter Selbstsicherheit zu finden. Damit kann auch eine Verflüssigung des Sprechens erreicht werden.

Zwischen 2005 und 2008 wurden die psycho- und familiendynamischen Hintergründe des Stotterns mit einer Vergleichsstudie zwischen Familien mit einem stotternden Kind (n = 22) und Familien mit nichtstotterndem Kind in ähnlichem Alter (n = 21) untersucht und anschliessend eine auf spieltherapeutischen und systemischen Prinzipien beruhende Therapie (n = 13) mit Messungen vor der Therapie, sowie ½ und 1 Jahr nach der Therapie evaluiert. Die Ergebnisse des Projekts wurden in einer vierteiligen Fachartikelserie publiziert.

Das Forschungsprojekt ist durch die Julia Bangerter-Rhyner-Stiftung unterstützt worden.
Beteiligte WissenschaftlerIn: E. Seifert, S. Fritschi Wedell, A. Zimmermann, J. Kollbrunner

Publikationen aus der Arbeitsgruppe:

Kollbrunner J (2004): Psychodynamik des Stotterns. Psychosoziale Ursachen, Stottertheorien, tiefenpsychologisch orientierte Therapie, Zukunftsperspektiven der Sprachtherapieausbildung. Kohlhammer, Stuttgart.

Kollbrunner J (2005): Stottern ist wie Fieber. Ein Ratgeber für Eltern von kleinen Kindern, die nicht flüssig sprechen.

Kohlhammer, Stuttgart.Kollbrunner J, Fritschi S, Zimmermann A, Seifert, E: Stottern als familiäre Kommunikationsstörung:

  • Teil 1: Der Stellenwert psycho- und familiendynamischer Konzepte in der Behandlung des Stotterns. L.O.G.O.S. Interdisziplinär, 2010, 18 (2), 96-109.
  • Teil 2: Das Projekt "Evaluation Familiendynamischer Aspekte des Stotterns" (EFAS) und erste Ergebnisse: Sprachentwicklung und Verhalten. L.O.G.O.S. Interdisziplinär, 2010, 18 (3), 200-213.
  • Teil 3: Kindheitserfahrungen und Gefühlswelt der Eltern stotternder Kinder. L.O.G.O.S. Interdisziplinär, 2010, 18 (4), 254-263.
  • Teil 4: Effekte einer psycho- und familiendynamisch konzipierten logopädischen Therapie. L.O.G.O.S. Interdisziplinär, 2011, 19 (1), 24-37.

Akustische Sprachschallanalyse bei Kindern nach Cochlea-Implantation

Der Spracherwerb wird für hochgradig schwerhörige oder gehörlose Kinder durch die Cochlea-Implantation bereits in frühem Lebensalter möglich. Der akustische Aufbau der unterschiedlichen Sprachlaute wird nach der Generierung durch das primäre Stimmsignal durch die Form des Ansatzrohres charakterisiert. Die Vokale werden durch Obertöne (Formanten) gebildet; bei den Konsonanten führen Verengungen an den Artikulationsstellen zu einem Rauschsignal als zweite Schallquelle. Mit fortschreitender Sprachentwicklung und ansteigendem Lebensalter nehmen beim Kind sowohl die Grundfrequenz (F0) als auch die Frequenz der Formanten ab.

Ziel dieser Studie war die Untersuchung der Stimmgrundfrequenz und der ersten drei Formanten (F1-F3) bei prälingual ertaubten kleinen Kindern nach Cochlea-Implantation im Vergleich zu Kindern mit normaler Sprachentwicklung.

Mit dem Kay CSL 4300B wurde bei 20 Kindern im Alter von 3;8 bis 10;2 Jahren zu unterschiedlichen Zeitpunkten nach der Cochlea-Implantation aus dem Spektro-gramm und der Linear Predictive Coding (LPC)-Analyse die F0 und die Formanten F1-F3 für den Vokal /a/ bestimmt.

Die Grundfrequenz liegt bei den Kindern, die vor dem 4. Geburtstag operiert wurden, innerhalb einer Standardabweichung des Normalkollektivs. Ein signifikanter Unterschied dazu konnte hingegen bei den Kindern festgestellt werden, die bei der Implantation älter waren.

Der erste Formant erweist sich als sehr stabil und zeigt nur geringe Abweichungen vom Normwert. F2 und F3 streuen stärker, aber eine systematische Abweichung nach oben oder nach unten konnte nicht gefunden werden. Das Verhältnis von F1:F2 war bei den Kindern, die vor dem 4. Lebensjahr implantiert wurden, im Normbereich, aber stärker zentralisiert bei den später operierten Kindern.

Die Aufteilung der Patientengruppen in vor und nach dem 4. Lebensjahr Implantierte basierte mehr auf pragmatischen als auf physiologischen Gründen. So befinden sich in jeder Gruppe etwa die Hälfte der Patienten. Die durchweg geringeren Abweichungen bei den jünger implantierten Kindern sind aber ein weiterer Beweis für den Erfolg einer frühzeitigen Implantation eines gehörlosen Kindes. Es ist zu vermuten, dass sich bei noch früherer Implantation die Abweichungen vom Normalkollektiv weiter verringern lassen könnten.

Evaluation des Spracherwerbs nach Cochlea-Implantation

Hochgradig schwerhörige Kinder erhalten mit einem CI die Möglichkeit, Lautsprache zu erwerben. Die individuellen Unterschiede in der Sprachentwicklung bei CI-Kindern sind jedoch sehr viel größer als bei normal hörenden Kindern (vgl. Szagun 2010). Die Evaluation des Spracherwerbs bei CI-Kindern dient der Erweiterung des Fachwissens in diesem Bereich.

In der Phoniatrie am Inselspital Bern werden die Kinder vor der ersten CI-Implantation logopädisch untersucht, ausserdem 12 Monate nach der Ersteinstellung sowie im Alter von zwei, drei, vier, sechs, zehn und sechzehn Jahren. Die Daten zum Spracherwerb werden in einem nationalen CI-Register erfasst, bei dem alle CI-Kliniken der Schweiz (CICH) beteiligt sind.

Cochlea Implantate

Audiologie

Singen im Alter

In einem gemeinsamen Projekt mit dem Institut für Musikwissenschaft der Universität Bern, der Hochschule der Künste Bern Musik und dem Institut Alter der Fachhochschule Bern soll die Entwicklung der Singstimme im Alter erforscht werden. Dieses Projekt steht noch ganz am Anfang, in der Zukunft kann näher dazu berichtet werden.

Aktuelle Publikationen

Informationen zu den aktuellen Publikationen sind in den Jahresberichten enthalten.

3. Lehre

Universität Bern

Beteiligung an folgenden Lehrveranstaltungen:

  • Wahlpraktikum Sonagraphie für Medizinstudierende im 1. und 2. Studienjahr.
  • Schlusskurs 1 für Medizinstudierende im 5. Studienjahr.
  • Fakultatives Angebot im Schlusskurs 2 für Medizinstudierende im 6. Studienjahr.

Heilpädagogisches Institut der Universität Fribourg, Abteilung Logopädie, Fribourg

  • Phoniatrie 1 und 2.
  • Redeflussstörungen.
  • Einführung in die Therapie der Stimmstörungen.
  • Psychologische Aspekte von Stimme und Stimmstörungen.

Hochschule der Künste Bern – Musik (HKB)

Certificate of Advanced Studies (CAS) Singstimme
http://www.hkb.bfh.ch/de/weiterbildung/singstimme/cas-singstimme/)

INPUT-Kurs Basiswissen Dysphonie und Hörtraining Fehlfunktionen(http://www.hkb.bfh.ch/de/weiterbildung/singstimme/input-kurse/)

Zur Zeit betreute Diplomarbeiten und Dissertationen

Dissertationen: 

  • Eliane Huber: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen gastropharyngealem Reflux und morphologischen Veränderungen des Larynx.
  • Ana Hofer: Familiendynamische Besonderheiten bei Familien mit stotternden Kindern im Vorschulalter.
  • Christine Schneider: Verlaufsevaluation der kindlichen Dysphonie ein Jahr nach Erstintervention

Es werden auf unserer Abteilung regelmässig Logopädie-Studierende von der Universität Fribourg im 14-wöchigen studienabschliessenden Berufspraktikum betreut.