Bösartige Tumoren des Kopf-Hals-Bereichs

Kopf-Hals-Karzinome

Bei den sogenannten bösartigen Tumoren des Kopf-Hals-Bereichs handelt es sich in 9 von 10 Fällen um von der Schleimhaut ausgehende sogenannte Plattenepithel-Karzinome. Dieses ist heute weltweit die sechsthäufigste Karzinomerkrankung. Der Unterschied zwischen gut- und bösartigen Tumoren ist, dass bösartige Tumoren weiter in den Körper streuen können (=Ableger, Metastasen). Kopf-Hals Karzinome treten am Häufigsten in Mundhöhle, Zunge und Lippen, Rachen, und Kehlkopf auf. Seltener können sie auch in Nasen- und Nasennebenhöhlen, Speicheldrüsen, Schilddrüse und Halslymphknoten vorkommen. Auch die Kopf- und Gesichtshaut kann betroffen sein.

Anzeichen

Die Anzeichen (Symptome) hängen vom Ort des Tumors ab. Häufige Zeichen und Beschwerden sind rote und weisse Geschwüre im Mund, Schmerzen beim Kauen und Schlucken, Stimmveränderung (z.B. Heiserkeit), einseitige Hals-, Ohren- oder Gesichtsschmerzen, Schwellung im Gesicht, Mund oder Hals und einseitig verstopfte Nase oder Nasenbluten.

Ursachen und Verteilung in der Bevölkerung

Als Hauptursache ist in erster Linie das Tabakrauchen anzusehen. Erhöht wird das Karzinom-Risiko durch den gemeinsamen Konsum mit Alkohol. Eine Ansteckung mit einem humanen Papillomavirus gilt heute ebenfalls als Risikofaktor. Bei einzelnen Krebsarten kommen weitere mögliche Ursachen hinzu, wie schlechte Mundhygiene, Kontakt mit bestimmten Lösungsmitteln und Holzstaub bei Karzinomen der inneren Nase, eine Strahlenexposition bei Schilddrüsen- und Speicheldrüsen-Karzinomen, und eine Epstein-Barr-Virus-Infektion (=Pfeiffersches Drüsenfieber) bei Nasenrachen-Karzinomen.

Wohin kann man sich wenden?

Wenn die weiter oben genannten Anzeichen und Symptome länger als 3 Wochen bestehen, sollte eine Untersuchung beim Hausarzt, bei einem Hals-Nasen-Ohren (HNO)-Spezialisten oder in einer HNO-Klinik erfolgen.

Abklärungen und Möglichkeiten der Behandlung

Die Abklärungen haben zwei Ziele: sie sollen den Verdacht auf ein Kopf-Hals-Karzinom bestätigen oder ausräumen. Vor der Planung der Behandlung wird die Ausdehnung und Ausbreitung des Tumors beurteilt (Untersuchung, Halsultraschall, Spiegelung mit Gewebsentnahme (=Panendoskopie) der oberen Luft- und Speisewege in Vollnarkose, Computer (CT)-, Magnetresonanz (MRI)- und Positronen Emissions-Tomografie (PET-CT)).Die Behandlung von Kopf-Hals-Karzinomen soll die Erkrankung dauerhaft heilen. Die Patienten sollten in einer HNO-Klinik in einem Zentrumsspital, welches auf die Behandlung solcher Karzinom-Erkrankungen spezialisiert ist, betreut und therapiert werden. Bei wenig fortgeschrittenen Tumoren kann eine alleinige Operation oder Bestrahlung (=Radiotherapie) zur Heilung führen. Bei weit fortgeschrittenen Kopf-Hals-Karzinomen wird die Kombination von Bestrahlung und Chemotherapie (=Radiochemotherapie) respektive ausgedehnte Operationen gefolgt von Radiochemotherapie zur Behandlung angewandt. Bei Nicht-Behandeln breitet sich der Tumor aus, streut im Körper und führt früher oder später zum Tod.

Betreuung und Nachsorge

Betreuung, Rehabilitation und Nachsorge sind wesentliche Elemente der Karzinom-Versorgung. Wenn die eigentliche Therapie beendet ist, beginnt die Phase der Tumor-Nachsorge, welche bei uns lebenslänglich durchgeführt wird. Diese hat zur Aufgabe rechtzeitig zu erkennen, wenn das Kopf-Hals-Karzinom wieder auftritt (=Karzinom-Rezidiv), therapiebedingte Begleit- oder Folgeerkrankungen festzustellen und zu behandeln, Hilfe bei Tabak- und Alkohol-Entwöhnung zu leisten und beratend bei körperlichen, seelischen und sozialen Problemen beizustehen und Verbesserungen zu erreichen.

Zuständig am Inselspital Bern:

PD Dr. med. Roland Giger, Leiter des interdisziplinären HNO-Tumorboards, Chefarzt und Stv. Klinikdirektor, Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Kopf- und Halschirurgie, Inselspital, Universitätsspital Bern, CH-3010 Bern.

Bei den obengenannten Anzeichen oder Symptomen sollten Sie sich von einem ORL-Arzt oder bei uns in der HNO-Poliklinik untersuchen lassen. Anmeldung unter Tel.: +41 31 632 29 41.

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Krankheitsbilder

Schwindel ist die gestörte räumliche Wahrnehmung der Körperbewegung oder fälschliche Wahrnehmung einer Bewegung der Umgebung. Schwindelsymptome entstehen, wenn eine Person gestörte Sinneseindrücke hat, beispielsweise bei einem Ausfall des Gleichgewichtsorgans im Innenohr.

Schwindel führt oft zu Gleichgewichtsstörungen, Erbrechen, Übelkeit und Gangunsicherheit. Schwindel kann durch Kopfschmerzen, Tinnitus und anderen Symptomen begleitet sein und kann von Sekunden bis Minuten oder auch über Stunden, Tage bis wenige Wochen andauern.

Wohin kann man sich wenden

Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt. Je nach vermuteter Ursache des Schwindels kann er  Sie in unseres Schwindelzentrum überweisen, welches über spezialisierte Fachärzte und ein modernes Schwindellabor verfügt.